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Dienstag, 12. Oktober 2010

Desperate HouseFairy


WTF??? So lange soll ich angeblich nicht gebloggt haben? Kann ja nicht wahr sein.
Na gut, lang ist es her dass ich das letzte mal Zeit hatte, mich so richtig um meinen Blog zu kümmern.
Und warum?

Die Liebe ist schuld. Und die Wohnungssuche. Und dieses zeitraubende Phänomen namens Alltag hat auch dazu beigetragen. Zum twittern kommt man noch gerade so, 140 Zeichen bringt man mal so zwischen Frühstück und Physiotherapie unter, aber einen richtigen Text verfassen, dazu müsste man sich etwas mehr Zeit nehmen.
Und die habe ich heute zum ersten mal seit langem. Dank Windows. Irgendwie. Und dank BWL.

Momentan wirft mich das Schicksal von einer (Wohn)situation in die andere.
Nachdem ich monatelang dank der Knieoperation ans Bett gefesselt war und somit bei meinen Eltern vor mich hin vegetierte, bin ich vor ein paar Wochen mit meinem Schatz und meinem Kater wieder in meine Wohnung zurückgekehrt. Das war eine unerwartet heftige Umstellung. Ich hatte mich so darauf gefreut, meinen eigenen Haushalt wieder zu haben, selbständig zu sein und merkte dann, dass ich noch lange nicht in der Lage bin, alles alleine zu schaffen.
Weder kann ich mit den Stöcken in den Keller zum Wäsche waschen, noch kann ich Geschirr einfach mal von A nach B tragen in der Wohnung. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Zum Glück habe ich jemanden an meiner Seite der zum Einen vollstes Verständnis für meine Situation, und zum Anderen die nötige Geduld aufbringt, die ich nicht habe und niemals haben werde.

Damit es nicht so langweilig wird, bin ich diese Woche mal wieder ans Elternhaus gefesselt weil mein geduldiger Schutzengel auf Reisen ist.

Und wenn er zurückkommt können wir eigentlich auch schon anfangen Kartons zu packen. Für den nächsten Umzug.

Freitag, 27. August 2010

Fairytalez im Glück

Irgendwie habe ich es immer gewusst: Glück macht mich persönlich unkreativ.


Je schlechter es mir geht und je mehr ich leide desto eher bin ich in der Lage Musik oder Gedichte zu schreiben, zu twittern, zu malen, zu bloggen.


Ein interessantes Phänomen das mir lebhaft demonstriert warum Künstler meist grundsätzlich unglückliche Menschen sind. Oder umgekehrt?


Sobald also hier wieder jede Menge neue Posts stehen bin ich entweder wieder unglücklich (was ich nicht hoffe) oder ich habe einen Weg gefunden, meine Kreativität trotz guter Stimmung zu aktivieren.


Aber mal im Ernst.. lieber habe ich gerade die unkreativste und glücklichste Phase meines Lebens als umgekehrt :-) *hach*



Vielen Dank für das Foto an http://www​.christoff​ertimm.de

Sonntag, 11. Juli 2010

Der Glücksbringer

Neulich habe ich einen Film gesehen. Er hieß „Der Glücksbringer“ .

Es ging um einen Mann, der in der Kindheit von einem enttäuschten weil abgewiesenen Mädchen verflucht wurde. Jedes Mädchen bzw. jede Frau mit der er Sex oder eine Beziehung hatte lernte danach ihren Lebenspartner kennen, ihren Traummann. Als er die Frau seiner Träume kennenlernte hatte er große Schwierigkeiten, diesen Fluch zu brechen. Es ging darum, auf etwas zu warten, das es wert ist und nicht die erste Chance auf Körperkontakt zu nutzen. Ich habe das Ende ehrlich gesagt nicht gesehen, aber da es ein Hollywood Film und zudem eine Schnulze war gehe ich einfach mal davon aus, dass der Mann am Ende Erfolg hatte und sein Mädchen bekommen hat. Happy End und so.


Dieser Film hat mich fasziniert.. bzw. nicht der Film an sich (sonst hätte ich ihn zu Ende geschaut) sondern die Thematik. Was wenn ich so ein Glücksbringer wäre? Ok, nicht ganz so krass vielleicht, aber mir ist schon aufgefallen, dass Männer mit denen ich eine Beziehung oder einen Flirt hatte kurz darauf jemanden kennenlernen, der zu ihnen zu passen scheint. Ich freue mich natürlich für sie..meistens.. aber ein bisschen Sorgen mache ich mir schon um mich. So viel Egoist darf man sein.


Und los geht das (gern auch nächtliche und schlafraubende) Gedankenkarussell....

Liegt es daran dass ich nicht zu den Männern gepasst habe? Dass da nicht genug Gefühle waren? Dass ich das meist schon am Anfang gespürt habe und es nicht wahrhaben wollte? Dass ich mich selbst und andere unbewusst belogen habe? Dass ich oft einfach nicht allein sein wollte? Dass ich mich für Menschen verbogen und verstellt habe um ihnen zu gefallen? Dass ich viel zu oft nicht ich selbst war? Dass ich häufig zu hohe oder die falschen Ansprüche an Partner gestellt habe? Dass ich Menschen ändern wollte? Dass ich Dinge verlangt habe, die ich selbst nicht zu geben bereit gewesen wäre?


Möglich...


Und doch glaube ich weniger an einen Fluch als vielmehr an eine selbst geschaffene Problematik. Und so ungern ich als kleiner Narzisst Fehler zugebe...

Es war weder richtig, Partner danach auszusuchen ob sie meinen Eltern nicht gefallen (Teenagerzeit), noch danach dass jemand optisch genau meinen Vorstellungen entspricht oder erfolgreich ist, oder viel Geld hat, oder ein tolles Auto, das sind alles Dinge, die mich nicht weitergebracht haben auf meiner Suche nach dem Soulmate. Liebe auf den ersten Blick hat nicht geklappt. Die Beziehung endete nach drei Jahren in schmerzhaften Scherben.

Auch die Strategie, jemanden zu wählen, der mich möglichst verehrt ist total schief gelaufen und endete nach vier Jahren in einem Heiratsantrag und einer Trennung.(Für alle, die Mitleid mit dem jungen Mann empfinden, er hat innerhalb von nicht ganz einem Monat seine Traumfrau gefunden, sich nach einer Woche verlobt und sie nach einer weiteren Woche geschwängert, also keine Sorge, ihm geht es gut...)


Aber was ist es dann? Das Kriterium das zählt. Das absolute Glücksrezept. Gibt es das überhaupt? Denke ich zu viel? Oder eher zu wenig? Oder das falsche? Gibt es das Phänomen „Soulmate“ überhaupt? Oder ist am Ende alles eine Frage des richtigen Kompromisses?


Geht es auch hier um Konstruktivismus und darum, dass man immer so glücklich ist wie man es sich gerade einredet und einbildet zu sein? Das halte ich zumindest teilweise für wahrscheinlich. Denn wir können Gefühle zwar nicht auf Knopfdruck aus- oder einschalten, aber irgendwann kann man jedes Beziehungsende, jeden Liebeskummer überwinden, irgendwie.


Und wichtig ist am Ende doch, wieder auf die Füße zu kommen, wenn schon nicht mit der Geschmeidigkeit und Eleganz einer Katze, die automatisch auf ihre Samtpfoten fällt, dann eben mühsam aufrappeln, wieder laufen lernen, weitermachen. Auch wenn es schmerzt. Auch wenn es schwer fällt. Auch wenn das Herz gebrochen scheint, mühsam zusammen gepuzzelt werden muss und man sich schwört, es nie wieder zu verschenken, sich nie wieder verletzen zu lassen.


Man wird vielleicht vorsichtiger, langsamer, misstrauischer an die nächste Beziehung oder einen neuen potentiellen Partner herangehen, aber man wird es vermutlich nicht ganz sein lassen.

Und wenn man ganz ehrlich ist macht es ja auch Spaß, dieses Spiel. Es ist mir die Tränen und Enttäuschungen immer wieder wert. Und ein bisschen mag ich diese Zeit sogar.

Besinnung auf sich selbst. Ein Ende ist ein neuer Anfang.


Auch wenn ich natürlich nicht wirklich daran glaube, dass mein Liebesleben einer Filmvorlage gleicht oder dass ich dazu verflucht sein könnte ein Glücksbringer für andere zu sein... Es kann ja trotzdem nicht schaden, beim nächsten Mal etwas vorsichtiger an die ganze Sache ranzugehen.


Sentimentaler Blödsinn?


Möglich, aber ich trete mir in den Hintern es wäre ja dumm mir mein persönliches Happy End selbst zu vermasseln.