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Dienstag, 8. Februar 2011

The Last Post!!

So Leute, endlich ist es geschafft, ab heute zieht mein Blog um auf WordPress :-)
Dies ist also mein letzter Blogpost hier auf Blogger/Blogspot und ich würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir auch auf WordPress einen Besuch abstattet oder den Blog gar abonniert :-)
Vielen Dank für Eure Besuche hier und die vielen Kommentare!! Ich werde versuchen sie in meinem neuen Blog zu integrieren, da ich es schade finde, wenn Eure Beiträge verloren gehen. Den Blog hier werde ich noch etwas stehen lassen und demnächst vermutlich löschen.
Die neue Seite ist noch nicht 100% fertig und ich würde mich über Eure Kommentare und Vorschläge freuen.
Auch die Blogroll ist bis auf einige Basics wohl noch nicht ganz vollständig, also meldet Euch wenn Ihr Euren Blog dort vermisst!!
Ich danke Euch allen für die schöne Blogger-Zeit und hoffe Ihr besucht mich unter Miss Fairytalez

Sonntag, 6. Februar 2011

Krümelmonsterkekse

Obwohl ich normalerweise nicht so der große Pâtissier bin backe ich seit Neuestem ab und zu. Die Ex meines Liebsten war offenbar eine leidenschaftliche Backofennutzerin und ich will ja nicht, dass ihm hier in der neuen Heimat etwas fehlt. Zumindest nicht Kekstechnisch :-)
Eine Donauwelle konnte ich bereits als Erfolg verbuchen und jetzt habe ich Krümelmonsterkekse gebacken. Das Rezept stammt von einer guten Freundin meines Schatzis und erschien mir einfach genug um es zu nutzen.
Mit ein paar Abwandlungen versteht sich.

Leider gibt es weiterhin kein olfaktorisches Internet, so dass ich Euch wirklich nur empfehlen kann, die Kekse nachzubacken, sie sind köstlich und auch nach Weihnachten ein echter Genuss.

Ihr verrührt einfach

275 g Mehl
150 g weißen Zucker
150 g braunen Zucker (ich nehme Bio Mascobado von GEPA weil er so schön karamellig ist)
2 große oder 3 kleine Eier
1 TL Backpulver (ich nehme Bio Weinsteinbackpulver)
100 g Backkakao
1 Tafel (100g) Schokolade (ich nehme ab 70% Zartbitter von Lindt)
und 250 g Butter (Zimmertemperatur)

mit dem Knethaken des Handrührgeräts.

Dann kleine Häufchen abteilen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech zwingen (am besten mit zwei Teelöffeln). Immer schön Abstand halten, die Dinger zerlaufen nämlich im Ofen. Dann schiebt Ihr das Blech bei 175° in den vorgeheizten Backofen und lasst die Kekse 10 bis 15 Minuten drin.
Auch wenn sie jetzt noch sehr feucht und fast flüssig aussehen, nehmt sie raus, sonst werden sie zu trocken. Sie lassen sich sehr ungern vom Blech nehmen, also scheucht sie mit dem Pfannenwender oder ähnlichem Werkzeug über´s Blech bis Ihr sie fangen könnt.

Abkühlen lassen und los geht´s :-) Aus einem Rezept bekomme ich circa zwei bis drei Bleche und das ergibt einen schönen großen Teller Kekse.
Sie lassen sich super in einer mit Butterbrotpapier ausgeschlagenen Blechdose aufbewahren (falls sie den Zubereitungstag überleben).

Guten Appetit :-)

Ich habe an den Keksen bisher nur einen Nachteil gefunden.... Sie sind leider nicht kalorienfrei ;-)

Donnerstag, 14. Oktober 2010

Nostalgischer Vorschlag


Heute ist im Fairy Universe einer dieser Tage, an denen mit einem Schlag nostalgische Gedanken hochkommen, die ewig vergraben waren.

Mir fiel vorhin beispielsweise diese Lesebuchreihe aus der Schule ein.
Deutsch war neben Französisch und Englisch mein Lieblingsfach und Lesen eines der wenigen Dinge in der Schule, die mir wirklich Spaß gemacht haben. Fast egal was, ich habe Literatur geradezu verschlungen. Ob Effi Briest, Der gelbe Vogel oder Faust, an jedem Buch war am Ende doch irgendetwas liebenswertes.

Und so kramte ich eines der alten Lesebücher aus meinem Regal und suchte den Text, der es mir schon als Kind bzw. Jugendliche absolut angetan hatte.

Warum?

Erklärt sich meiner Meinung nach von selbst.
Wer will nicht einen Pfahl in die viel zu schnell dahinschießende Zeit rammen?


Vorschlag

Ramme einen Pfahl
in die dahinschießende Zeit.

Durch deine Hand rinnt der Sand
und bildet Formlosigkeiten,
die sogleich auf Nimmerwiedersehen
in sich selbst einsinken:
vertanes Leben.

Was du nicht erschaffst, du
bist es nicht. Dein Sein die Gleichung
nur für Tätigsein: Wie will denn,
wer nicht Treppen zimmert,
über sich hinausgelangen?
Wie will heim zu sich selber finden,
der ohne Weggenossen?

Hinterlass mehr als die Spur
deiner Tatze, das Testament
ausgestorbener Bestien, davon die Welt
übergenug schon erblickt.

Ramme einen Pfahl ein. Ramme
einen einzigen, einen neuen Gedanken
als geheimes Denkmal
deiner einmaligen Gegenwart
in den Deich
gegen die ewige Flut.

(Günter Kunert)

Dienstag, 12. Oktober 2010

Desperate HouseFairy


WTF??? So lange soll ich angeblich nicht gebloggt haben? Kann ja nicht wahr sein.
Na gut, lang ist es her dass ich das letzte mal Zeit hatte, mich so richtig um meinen Blog zu kümmern.
Und warum?

Die Liebe ist schuld. Und die Wohnungssuche. Und dieses zeitraubende Phänomen namens Alltag hat auch dazu beigetragen. Zum twittern kommt man noch gerade so, 140 Zeichen bringt man mal so zwischen Frühstück und Physiotherapie unter, aber einen richtigen Text verfassen, dazu müsste man sich etwas mehr Zeit nehmen.
Und die habe ich heute zum ersten mal seit langem. Dank Windows. Irgendwie. Und dank BWL.

Momentan wirft mich das Schicksal von einer (Wohn)situation in die andere.
Nachdem ich monatelang dank der Knieoperation ans Bett gefesselt war und somit bei meinen Eltern vor mich hin vegetierte, bin ich vor ein paar Wochen mit meinem Schatz und meinem Kater wieder in meine Wohnung zurückgekehrt. Das war eine unerwartet heftige Umstellung. Ich hatte mich so darauf gefreut, meinen eigenen Haushalt wieder zu haben, selbständig zu sein und merkte dann, dass ich noch lange nicht in der Lage bin, alles alleine zu schaffen.
Weder kann ich mit den Stöcken in den Keller zum Wäsche waschen, noch kann ich Geschirr einfach mal von A nach B tragen in der Wohnung. So hatte ich mir das nicht vorgestellt.

Zum Glück habe ich jemanden an meiner Seite der zum Einen vollstes Verständnis für meine Situation, und zum Anderen die nötige Geduld aufbringt, die ich nicht habe und niemals haben werde.

Damit es nicht so langweilig wird, bin ich diese Woche mal wieder ans Elternhaus gefesselt weil mein geduldiger Schutzengel auf Reisen ist.

Und wenn er zurückkommt können wir eigentlich auch schon anfangen Kartons zu packen. Für den nächsten Umzug.

Freitag, 27. August 2010

Fairytalez im Glück

Irgendwie habe ich es immer gewusst: Glück macht mich persönlich unkreativ.


Je schlechter es mir geht und je mehr ich leide desto eher bin ich in der Lage Musik oder Gedichte zu schreiben, zu twittern, zu malen, zu bloggen.


Ein interessantes Phänomen das mir lebhaft demonstriert warum Künstler meist grundsätzlich unglückliche Menschen sind. Oder umgekehrt?


Sobald also hier wieder jede Menge neue Posts stehen bin ich entweder wieder unglücklich (was ich nicht hoffe) oder ich habe einen Weg gefunden, meine Kreativität trotz guter Stimmung zu aktivieren.


Aber mal im Ernst.. lieber habe ich gerade die unkreativste und glücklichste Phase meines Lebens als umgekehrt :-) *hach*



Vielen Dank für das Foto an http://www​.christoff​ertimm.de

Montag, 26. Juli 2010

Der perfekte Arbeitstag ?!?

Ich als Queen of Procrastination schiebe nicht nur meine Arbeit seit Wochen vor mir her, nein auch Anrufe, Verabredungen und Mails warten darauf, dass ich ihnen die gebührende Aufmerksamkeit widme.


Ich hatte heute wirklich vor etwas zu arbeiten. Ganz ehrlich. Ich habe Arbeiten, an denen ich schreiben wollte. Einen SUB (Stapel ungelesener Bücher) so hoch wie das Empire State building den ich unbedingt abarbeiten muss...

Kurz gesagt: Arbeit galore wartet auf mich.


Heute also der Vorsatz: Arbeit!! In Arbeit versinken, die Welt um mich herum vergessen. Nicht twittern. Nicht bloggen. Nicht Musik hören. Mich absolut konzentrieren. Ich mache das normalerweise sehr gerne. Mich so lange mit Arbeit beschäftigen bis ich mit ihr Eins bin. Bis ich in symbiotischer Verschmelzung Texte oder Arbeitsmaterial durchdringe. Bis ich das Gefühl habe es gibt nur mich und meine Arbeit. Ich liebe meinen Job. Meistens. Ich liebe meine Ausbildung und die Bücher die ich lese. Ich könnte nicht arbeiten wenn ich nicht das Gefühl hätte es gerne zu tun.


Aber in der letzten Zeit kam einfach keine Konzentration zustande. Ich bin nicht in den „ArmageddoncancomeandIdon´tcare“ Modus verfallen. Es ist einfach nicht passiert. Viel zu beschäftigt war ich mit meiner Gesundheit und den Problemen die meine momentane Situation mit sich bringt. Viel zu beschäftigt mit privaten Gedanken und Problemen die ich lange Zeit auf die lange Bank geschoben und fast schon vergessen oder doch zumindest verdrängt und prima verleugnet hatte.


So langsam und mit wachsendem gesundheitlichem Fortschritt wird es aber Zeit. Ich spüre es. Es drängt mich. Ich muss wieder meinen Arbeitsmodus finden. Er fehlt mir.

Daher also heute der Entschluss: Ja, ich will !! Arbeiten ! Yippieh! Ich bin voll motiviert...


Ich hatte mein Buch noch nicht aufgeschlagen da flatterte plötzlich ein Schreiben auf mein Bett „lies mal und sag was du denkst“ . Naja, was soll´s dachte ich mir, sind ja nur fünf Seiten. Dann knallte die komplette 10cm dicke Akte daneben „ach weißt du was , lies doch die ganze Akte, dann brauch ich sie nicht zu lesen und du hast einen besseren Überblick. Ach so, die Zusammenfassung und Beurteilung bitte bis morgen spätestens, da ist das meeting“. Ok. Und da ich noch nie wirklich gut in direkter Ablehnung war und passive Aggression mir sowieso mehr liegt habe ich also angefangen die Akte zu lesen.. LANGSAM....

Ehrlich gesagt war ich schnell in der Materie drin, die Sache war spannend und ich war endlich mal wieder in einem schönen Flow. Zwei Stunden lang.


Und dann kam eine der schönsten Ablenkungen meines Fairy Universe vorbei und legte sich auf die Akte. Er liegt immer noch dort und da er die Akte mit Krallen und Zähnen verteidigt ist offenbar Zeit für mein Spaßbuch gekommen :-) Die Zusammenfassung schüttle ich notfalls aus dem Ärmel werde ich selbstverständlich noch fundiert erstellen. Und meine andere Arbeit läuft mir ja nicht weg. Die kann eigentlich irgendwie auch noch bis morgen oder so warten. Prioritäten setzen.


Man muss die Feste eben doch feiern wie sie fallen ;-)


Samstag, 24. Juli 2010

Déjà Vu

Fast jeder kennt das: einen Moment oder eine Situation und wir könnten quasi voraussagen was als nächstes passiert. Die Situation kommt einem so bekannt vor. Als hätte man sie geträumt oder schon einmal erlebt. Eine fausse reconnaissance ... ein déjà vécu... man war an genau diesem Punkt schon einmal.


Diese Situationen machen einen fast wahnsinnig. Ich habe dieses Gefühl als läge mir die Antwort auf der Zunge, als wüsste ich eigentlich wie es weitergeht aber ich komme nicht an die entscheidende Erinnerungsspur.


Ein Fehler in der Matrix


Die Katze die zweimal vorbeiläuft


Warum will ich es überhaupt wissen? Ob es so läuft wie beim letzten Mal. Ob die Matrix wieder zuschlägt. Ist es denn so wichtig? Kann man es nicht einfach auf sich zukommen lassen?


Muss man wohl.. denn die Antwort bleibt einem ohnehin verschlossen. Die Gewissheit fehlt. Man muss die Unsicherheit akzeptieren. Würde man ja normalerweise auch tun ohne das blöde Gefühl man sollte eigentlich wissen wie es weitergeht. Ist ja auch spannend. Gehört zum Leben.


Aber unangenehm ist es trotzdem. Weil man immer wieder versucht doch noch auf die entfallene „Antwort“ zu kommen. Und dabei vielleicht ein Stückchen Realität verpasst..

Donnerstag, 8. Juli 2010

Okay.. Timeline Anatomy 2 (Part Ten)

Da ich nach der OP wie bereits erwähnt viel Zeit im Bett und damit fast automatisch im Twitterversum verbracht habe und teilweise immer noch verbringe, kommt meine Familie einige Male am Tag an meinem Bett vorbei geschlichen, bringt Nahrungsmittel vorbei und schaut mich verständnislos an (ganz so schlimm ist es momentan übrigens nicht mehr *lach*).


Das könnte zum Einen daran liegen, dass ich mich an Dauerbeschallung aus In-Ear-Kopfhörern gewöhnt habe (btw nicht für den Straßenverkehr oder irgendeine Tätigkeit geeignet, bei der man etwas von der Umwelt hören will!!). Zum anderen hängt es aber sicherlich daran, dass ich auf Unterhaltung mit meiner realen Umwelt manchmal wenig Wert lege. Immer die gleiche Frage wie es dem Bein geht und ob das Essen ok war und warum ich vor mich hinstarre wie ein Zombie, usw. Da bin ich lieber in der Timeline und erfahre was andere so machen. Manchmal ist es ein bisschen als würde man bei Nachbarn spionieren, die eben zu diesem Zweck die Vorhänge offen haben. Perfekt freiwillig bedienter Voyeurismus könnte man denken, aber für mich ist es mehr.


Seit die Avatare meiner Timeline zu wirklichen Menschen geworden sind, mit denen man durchaus mehrere Stunden sprechen und sich real treffen kann zum Kaffee oder auf ein Bier oder einen Sekt (je nach Follower und Tageszeit) ist es für mich eher ein Freundeskreis geworden. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass Twitter nicht die Realität (oder die physikalische Welt) ersetzen kann und soll, aber für mich ist es momentan ein Teil meiner Realität und sogar meiner physikalischen Welt.


Beim Eurovision Song Contest und jetzt bei der WM habe ich eine weitere Qualität und lustige Eigenschaft von Twitter entdeckt… man zelebriert gemeinsam..auch wenn man tausende von Kilometern weit entfernt ist fühlt es sich manchmal an, als hätte man 30 Menschen in seinem Wohnzimmer die wild durcheinander „zwitschern“ , sich gemeinsam freuen, sich gemeinsam ärgern, die gemeinsam richtig schön lästern können über die Außenwelt, über ein TV-Ereignis, über Personen des öffentlichen Lebens. Ich fühle mich manchmal wie an einem Stammtisch


Was mir auch immer wieder gut gefällt ist die besondere Sprache. Abgesehen von Abkürzungen (ich sag nur googeln googeln googeln) werden viele sogenannte „hashtags“ (Wörter mit # davor) verwendet, entweder um Bezug zum vorher Gesagten herzustellen oder auch um Bezüge zu bestimmten Themen herzustellen (ähnlich wie eine gemeinsame Überschrift) oder dem Tweet noch einen besonderen Anstrich zu verleihen, hierin liegt häufig viel Humor, oder auch System.


Beliebt auf der ganzen Twelt sind beispielsweise immer wieder Themen wie „#theuglyfriend“ „#fourwordsthatgetmesex“ „#fourwordstosayduringsex“ oder andere Four Words Tags…Hier wird lustig und kreativ getwittert, aber auch einfach dreist geklaut und kopiert. Woher ein ursprünglich wirklich lustiger Kommentar gekommen ist weiß man oft nicht mehr nachdem er hundertmal erschienen ist.

So.. das war´s vorerst mit den allgemeinen Timelinebeobachtungen meinerseits.....


Ach ja, und Wale sind bei Twitter nie gut :-) #nurmalso


Mittwoch, 7. Juli 2010

Okay.. Timeline Anatomy (Part Nine)

Indirekt nehme ich momentan am Leben von circa 70 Menschen teil, bei manchen intensiver bei manchen weniger intensiv, je nachdem was man von sich preisgeben mag. Ich selbst habe mich entschieden, so zu sein, wie ich auch im RL (das wahre Leben) auf Menschen zugehen würde: offen aber doch wie ich hoffe vorsichtig, mit Humor, Ironie und einer gehörigen Portion Neugier, aber wo es sein muss versuche ich es mit Respekt und Zurückhaltung. Die Fettnäpfchen, in die ich im wahren Leben treten würde..was soll ich sagen…es passiert mir definitiv auch hier … nur mein Erröten sieht man nicht, es sei denn ich will es zeigen *blush*.


Ein paar der Kollegen legen sehr viel Wert auf Umgang und Anstand, andere dagegen nutzen genau hier in diesem (wenn man das will) anonymen Umfeld die Gelegenheit, mal so richtig unverschämt zu sein. Das variiert sehr stark.


Die Dinge, die ich für mich herausgefunden habe und die keinesfalls auf andere Timelines generalisierbar sind (denn jeder hat seine eigene Timeline) sind:

Ich wurde schnell integriert in eine virtuelle Gemeinschaft, die vielleicht unter anderem deshalb so gut funktioniert weil man sich die Leute von Fall zu Fall aussuchen kann, mit denen man zu tun hat, aber auch deshalb weil man in sein reales Leben zurückgehen kann wenn man gerade keine Lust hat. Dass man frei ist teilzunehmen an Diskussionen oder nicht. Dass man sich (fast) immer willkommen und angenommen fühlt. Dass man Menschen kennenlernt, die man normalerweise niemals kennengelernt hätte… sei es weil sie in einer weit entfernten Stadt oder einem anderen Land wohnen, sei es weil man rein vom ersten Eindruck her optisch kein Interesse an der Person oder vielleicht sogar Angst vor ihr gehabt hätte.

Meine Timeline ist zumindest teilweise kommunikativ, humorvoll, hilfsbereit, mit den wunderbaren Gaben der Ironie und des Sarkasmus gesegnet und von daher passt ihre Persönlichkeit perfekt zu meiner Akzentuierung ;-)

Manche Leute aus meiner Timeline sind so alt dass sie locker meine Eltern sein könnten, für den ein oder anderen könnte ich wiederum die Mutter sein. Twitter verbindet für mich perfekt, was heutzutage im realen Leben so kaum noch möglich ist… Eine transgenerationale, multikulturelle größtenteils vorurteilsfreie Gemeinschaft die aus teilweise sehr facettenreichen Individuen besteht.


Soweit ist das für mich als Einsteiger in meine Timeline der Fall.


Ich habe auch andere Geschichten gehört. Einer meiner Follower berichtet, dass es durchaus viele „Spinner“ in seiner Timeline gibt und er aufpasst wem er traut. Dass er selbst schon häufig seinen Account gelöscht hat wegen Stalking. Dass er Frauen und andere Twitterer kennt, die sich dauerhaft zurückgezogen haben wegen Verfolgung und anderer Mobbinggeschichten. Dass es eindeutige unmoralische Angebote von verheirateten oder vergebenen Menschen gibt. Diese seien, so sagt er „erbärmliche Gestalten“ denen er im wahren Leben nie begegnen wollte und er nehme das alles sowieso nicht ernst. Die Timeline bedeute ihm nichts und er wolle mit ihr eigentlich nichts zu tun haben. Ok, seine Meinung, dann frage ich mich aber schon…warum twittert er dann seit zwei Jahren? Warum hat er seine Timeline so zusammengestellt? Suchtpotential?...

Hat die Sache für mich auf jeden Fall… Ich will wissen was so Neues passiert. Ich bin neugierig, ich freue mich darauf, bestimmte Menschen in meiner TL zu lesen, ich möchte mitreden, will teilhaben an der Kommunikation.


Es fühlt sich manchmal ein bisschen so an als wolle man die Kaffeeküche auf der Arbeit nicht verlassen, weil man etwas verpassen könnte. Und weil in dieser „Twitterkaffeeküche“ fast immer jemand da ist mit dem man reden könnte oder ständig etwas Spannendes passieren könnte, fällt es mir oft schwer, durchgängig etwas zu tun bzw. längere Zeit nicht meine Timeline zu aktualisieren und zu schauen was es zu erfahren gibt…ich hasse es, etwas zu verpassen


Für den neugierigen Menschen, der zudem gerne kommuniziert ist hier ein hohes Suchtpotential gegeben :-)


Dienstag, 6. Juli 2010

Okay.. Sex in der Timeline (Part Eight)

Ein weiteres Kapitel meiner Timelinegeschichte: ehrlich gesagt geht es weniger um Sex (biologische Geschlechter) als viel eher um Gender (also soziale Geschlechter). Ich fand es als Titel einfach plakativer mit Sex zu werben als mit Gender , because you know: SEX sells ;-)


Da ich im Real Life sowohl mit Frauen als auch mit Männern interessante Erfahrungen gemacht habe, dachte ich anfangs eigentlich nicht einmal daran, Frauen zu folgen. Das konnte nur in Zickenkrieg ausarten (Ja, ich war auf einer Mädchenschule).

Männer waren ohnehin viel schneller dabei, mir zu folgen als Frauen. Als kleinen Test (nicht sauer sein liebe Follower) hatte ich ein Foto von mir (dunkelhaarig) und meiner blonden Freundin als Avatar (hat nix mit blauen Männchen zu tun, so heißen die Profilbilder) gewählt. Tatsächlich fragten die meisten meiner geschätzten Verfolger spätestens in ihrer dritten Nachricht an mich, welche von beiden ich sei. Um der Wahrheit die Ehre zu geben hat die Antwort einige schon sehr enttäuscht.

Es gab auch viele die das überhaupt nicht gestört hat und ich habe trotz meiner Bettlägerigkeit den ein oder anderen virtuellen "Flirt" genossen. Das hat mal wieder gut getan, Komplimente zu lesen und das Gefühl zu haben, dass man zwar momentan nicht als Körper, aber auf jeden Fall als Geist gemocht wird: Streicheleinheiten für die Seele *seufz*


Da Frauen in meiner Timeline dann doch nach und nach auftauchten, war ich sehr überrascht dass diese durchgehend sehr nett , hilfsbereit und kollegial sind. So konnte ich mein Mädchenschulezickentrauma einmal mehr gut überwinden. Man unterstützt sich, spendet sich gegenseitig Trost, postet regelmäßig solche Dinge wie „motivationstweets“ oder „krafttweets“ die wie ein kleines Schultertätscheln oder auch wie eine kleine Umarmung wirken können. Very supporting und I like it :-)


Mit manchen Leuten habe ich mich so gut verstanden dass wir ICQ Nummern oder Skype Namen ausgetauscht haben d.h. der Kontakt ging in diesem Moment über die Timeline hinaus. Erst in diesem Moment ist mir aufgefallen, dass es einigen dort so gehen muss, denn manche Tweets waren nicht wirklich selbsterklärend oder mit Insiderwissen versehen, das man nur hat, wenn man sich außerhalb unterhält.

Andererseits wurde mir auch plötzlich klar, dass es ja auch eine Gefahr darstellt, hier einfach Kontaktdaten rauszugeben. Wie bei „Shane Dawson“ hat man das Gefühl die Leute zu kennen, aber ist das wirklich der Fall?


Andere Twitterer gehen die ganze Sache genau umgekehrt an. Sie machten mir von ersten Augenblick an klar, dass sie sich für ihre Timeline rein virtuell interessieren und mehr nicht. Sie wollen nichts über andere wissen oder sich austauschen, sie wollen nur ihre schlechte Laune an der virtuellen Welt abreagieren und eventuell noch ein paar Informationen einstreuen. Mittlerweile verstehe ich mich aber lustigerweise sogar mit den meisten dieser Vertreter ganz gut.


Ich muss wirklich sagen, dass mein Leben in der Timeline meine Meinung von Menschen und von Twitter entgegen meinen Befürchtungen bisher eher verbessert als verschlechtert hat :-)

Okay.. Aller Twanfang ist schwer (Part Seven)


Okay..ich war also ein Zwitschervogel Twitterer über Nacht. Auf meine erste Anfrage antwortete der von mir exklusiv "gestalkte" Shane Dawson sogar, seitdem allerdings nie wieder, und warum folgt der mir eigentlich nie zurück?? was im Nachhinein auch kein Drama ist.



Ich fing an, mich mit Twitter etwas näher zu beschäftigen da ich schonmal da war (ich hab ja Zeit), schaute mir verschiedene Profile an und die „Tweets“ dahinter, soweit nicht verschlüsselt.


Einigen Leuten folgte ich aus Interesse, anderen aus Neugier, manche folgten plötzlich mir, und ich fing an , ein echtes Mitglied dieser Twittersache Community (im Prinzip eine Art jeder für sich und doch alle zusammen) zu werden, wo ich doch eigentlich nur Zaungast einer Person sein wollte.


Manche meiner Follower waren sehr nett und berieten mich bei den essentiellen Problemen der Anfangszeit z.B. OMG (= oh my God, musste ich wieder googeln) wo sind die Umlaute beim IPod? Oder WTF sind eigentlich diese DMs? Und warum dürfen wir alle einfach schreiben wo wir Lust zu haben, ich dachte Twitter wäre was für Celebrities? Und geht es hier um chatten (miteinander kommunizieren) oder microblogging (Minimonologe) oder was?


Schnell stellte sich für mich heraus, dass Twitter eine Mischung aus Monologen im SMS Format, philosophischen und weniger philosophischen Ergüssen, Witzen und Zitaten, Meinungsbekundungen, Bitten, Informationen, freundschaftlichen Unterhaltungen, Flirten, sozialen Gesten, Streitereien, Necken, Tipps und Tricks rund um Essen, Trinken, Technik und was auch immer man sonst gern haben möchte, was sich ergibt und so vielem mehr ist. Meine "Twelt" ist mittlerweile (nach gerade mal ein paar Wochen) so etwas wie ein Freundeskreis für mich geworden….


Ich mag allein schon das Ritual, morgens die Timeline zu öffnen und zu schauen wer schon wach bzw. „on“ ist, wer also bereits am frühen Morgen für ein paar kleine „Zwitschereien“ bereit ist. Einen guten Morgen zu wünschen. Nach dem Befinden zu fragen und notfalls zu trösten oder getröstet zu werden. Das Gefühl zu haben, dass es manche Leute zumindest ansatzweise interessiert wie es mir geht. Ein zwei kleine Geplänkel zu führen, sich über den Tag auszutauschen, seine Gedanken loszuwerden, all das in 140 Zeichen.


In der letzten Zeit gab es in meinem Leben viele Tage an denen ich aufgewacht bin und mein Leben mir langweilig und aus verschiedenen Gründen unerträglich schmerzhaft vorkam und fast immer wenn ich in meiner Timeline ein paar aufmunternde Worte zu hören lesen bekam fühlte ich mich besser.


Phantastisch auch die Möglichkeit, Dinge im Stil von „Publikumsbefragung“ zu erfahren… Einfach mal ins weite Twitter-All gefragt kommen zu fast allem irgendwelche Antworten, die im Zweifel sogar nützlich und richtig sind (#Followerpower ;-)). Anfragen nach neuen WG-Mitbewohnern, Wohnungssuchen, Recherche von Musiktiteln, Jobsuche, das Finden von Mitgliedern für eine Band, Fragen rund ums Auto, Handyverkäufe,…alles kein Problem bei Twitter, denn die Follower können Tweets nicht nur lesen, sondern auch „retweeten“ also weiterleiten, wodurch wieder eine neue Gruppe an Mitgliedern angesprochen wird. Faszinierend! Wie ein Kettenbrief, nur wesentlich effizienter und effektiver…und weniger lästig...


Wenn man nämlich mal keine Lust hat: #twoff und weg.


Montag, 5. Juli 2010

Okay.. WTF is Twitter??? (Part Six)

FOLLOW me on TWITTER ???WTF (Abkürzung für What the fuck..musste ich irgendwann googeln weil es ständig in der Timeline stand) ist Twitter ??? ...dachte ich so bei mir, und das hört sich irgendwie nach Stalking an.. wieso sollte jemand darum bitten dass man ihn stalkt??

Ich steckte schon viel zu tief in der Sache drin. Ich wollte Shane Dawson so nah wie möglich sein und da ich für einen Ausflug nach California nicht wirklich körperlich geeignet war und das Ganze recht kostspielig geworden wäre fiel mir nur ein ihm zu „folgen“ was auch immer das bedeuten mochte. An dieser Stelle übrigens 1000 mal Entschuldigung an alle Teenies über die ich seit 15 Jahren lache wegen ihrer lächerlichen Schwärmereien für fiktive oder unerreichbare Charaktere.... *blush* (was so viel wie Erröten bedeutet und in Sternchen gesetzt eben dieses Phänomen zum Ausdruck bringen soll). Ich glaube ich verstehe Euch jetzt. Das alles ist offenbar das Ergebnis einer grenzenlosen Langeweile gepaart mit der Chancenlosigkeit, jemanden in der Realität kennenzulernen....oder?

Ich weiß noch, dass mir in diesem Moment klar war..Okay..du schnappst gerade völlig über….das müssen die Schmerzmedikamente sein….solange du diese geniale Ausrede Argumentation... für schlicht alles hast registrierst du dich bei diesem Twitter, was auch immer es sei...

Gedacht (oder auch nicht gedacht) und getan. Innerhalb von Minuten hatte ich einen Account bei Twitter und Shane Dawson war der erste, dem ich „folgte“. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten „Tweet“ (das virtuelle 140 Zeichen zwitschern, das Twitter auszeichnet), der ungefähr lautete:

„Unglaublich, jetzt bin ich bei Twitter, nur weil ich Shane Dawson folgen will..ich muss verrückt sein“.


Foto: Kenneth Allen / CC BY-SA 2.0

Okay.. Shane Dawson (Part Five)

Letztlich landete ich während meiner YouTube Exkursion bei einem Video in dessen Titel zwar das Wort „Chatroulette“ auftauchte, das ansonsten jedoch ziemlich genau gar nichts damit zu tun hatte. Ein junger Mann namens „Shane Dawson“ von dem ich bisher nie gehört hatte, scherzte mit Freunden, nicht unbedingt wahnsinnig lustig, aber seine Ausstrahlung faszinierte mich. Ich sah, dass eben dieser junge Mann seit Jahren Videos bei YouTube uploaded und dass er mittlerweile hunderte von Videos produziert hat. Das fand ich spannend…was macht man 300 Videos lang jede Woche und was ist das für ein Mensch der so viel Zeit in YouTubeVideos investiert ?!?

In diesem Moment begannen drei Tage, an denen ich vom Computer oder IPod nicht wegzubekommen war weil ich Videos schaute (ich hab ja Zeit..). Selbst beim Essen folgte ich Shane und seiner Angewohnheit sein ganzes Leben filmerisch festzuhalten. Man nennt es V-Log fand ich heraus, eine Art Videotagebuch, also wie ein Blog nur mit Filmen. Dazwischen so genannte Spoofs (Verarsche von Musikvideos z.B.). Ich war gleichermaßen amüsiert, erstaunt und fasziniert. Viel später erst sah ich, dass ihn sehr viele Menschen kennen, dass seine Videos sehr beliebt sind und er durch eine Mischung aus unbedarftem Charme und einer nonchalanten Unverschämtheit ein Menschenmagnet ist. Der Typ verkauft mittlerweile T-Shirts mit seinem Gesicht drauf und zwar nicht wenige (ok, ich geb´s zu, ich habe eins bestellt ...*blush* )

Ich wusste nach dem Video vom Tod seiner Oma und seinen Tränen vor der Kamera vor allem eins: Es war eine absolut einseitige Sympathie entstanden. Ich fühlte mich gelinde gesagt völlig bescheuert, wollte aber dennoch mehr erfahren und wissen wie es mit ihm weitergeht. Nach jedem Video kam die freundliche Einladung, ihn doch bei Facebook zu adden und ihm bei Twitter zu folgen ...


Sonntag, 4. Juli 2010

Okay... Chatroulette und Eye Vagina (Part Four)

Ich habe also Chatroulette gegoogelt und herausgefunden, dass man sich von der ganzen Sache einen guten Eindruck verschaffen kann ohne sich der Höhle des Löwen bzw der „Schlangengrube“ tausender männlicher Geschlechtsteile auszusetzen. Wie ?? Klar…bei YouTube… muss man erst einmal drauf kommen wenn man das Internet eher als Literaturrecherchestation genutzt hat bisher. In diversen Videos konnte ich mir einen lebhaften Eindruck verschaffen, was Chatroulette so ist und tut und warum es eine gewisse Faszination ausübt. Der Adventure Seeker (also derjenige der immer was Neues erleben will) ebenso wie der Spanner und der Exhibitionist in uns allen wird hier extrem angesprochen.

Das Gemeinschaftsgefühl wird gefördert (wenn man in der Gruppe davorsitzt und sich kaputtlacht während andere sich vermeintlich blamieren..man selbst „konsumiert“ ja nur…) und der Fremdschämeffekt (Erfolgsgarantie für Sendungen wie „Bauer sucht Frau“, "Big Brother" und ähnliche Qualitätsformate) ist einfach unwiderstehlich.

Ich befand mich in dem Zustand den ich sonst eher bei Horrorfilmen kenne: nicht hinschauen wollen und nicht wegschauen können. Ich nenne das schlicht „Die Faszination des Ekels“ (man kennt es auch von TV-Shows in denen Insekten gegessen werden oder von blutigen Operationsvideos). Ich persönlich halte da gern die Hände vor die Augen und schaue nur durch die Finger- das hilft!

Unter anderem gab es ein Video namens „Eye Vagina“, in dem jemand immer wieder sein Auge öffnete und schloss, das tatsächlich ein wenig einem weiblichen primären Geschlechtsmerkmal ähnelte und damit einige Zuschauer erschreckte, andere für einen Moment anekelte, manche jedoch einfach nur völlig begeisterte. Muss ich dazusagen welchen Geschlechts die begeisterten Zuschauer waren? Sparen wir uns das ;-)



http://www.youtube.com/user/dinkerooo

Okay.. Langeweile und Nostalgie (Part Three)

Selbst mit 30 Programmen (was im Vergleich zu früher ja schierer Wahnsinn ist!!) langweilt man sich irgendwann….genauer gesagt nach vier Tagen…warum ist mir das vorher nie aufgefallen? Intensive Überlegungen ergaben, dass ich noch nie vier Tage am Stück auf die Kiste angewiesen war. Ich zappte mich also von einem Freitagabendprogramm zum nächsten um festzustellen: da läuft ja mal wieder so gar nix!


Bei „Wer wird Millionär“ gestoppt um mir selbst zu demonstrieren: die grauen Zellen sind noch nicht ALLE vom untätigen Liegen abgestorben. Die Frage lautete : Mit welcher Erfindung ist ein 17jähriger gerade sehr berühmt geworden? Mein Gedanke: „Siehst du, soweit bist du schon, selbst die Fragen vom Jauch kannst du nimmer beantworten --> Notschlachtung!" Antwort: „Chatroulette“ ..gut dass ich davon noch nie zuvor gehört hatte. So hatte ich plötzlich etwas zu tun..RECHERCHE!! Naja gut, ich geb´s zu, meine einzige Recherchetätigkeit bestand darin, das Wort mal eben zu googeln…


Mal ganz ehrlich, wann hat man in den letzten Jahren (außerhalb der Uni) noch anders recherchiert? Bei mir zumindest ist es Jahre her dass ich mit meinem Bibliotheksausweis losgezogen bin und Registerkarten von Hand durchgeschaut habe…kommt da jetzt ein kleines Nostalgiegefühl in mir auf?...hhmm…nein, nicht wirklich, ich vermisse weder den Staub noch die endlose Zeit die ich beim Suchen nach einem bestimmten Buch oder einer Information verbracht habe (das Buch war dann zu allem Übel meist vergriffen, bereits ausgeliehen von einem Kommilitonen oder-ganz fies- in einem falschen Regal versteckt – JA, mit Absicht!!) Was mir wirklich fehlt ist der Geruch von altem Papier, die Ruhe, die eine Bibliothek ausstrahlt, die schier endlose Zeit die man dort zu haben scheint, die Magie, die hinter jeder Ecke lauern könnte…die zufälligen Funde..das Blättern und…ups…bin ich doch ein bisschen nostalgisch und außerdem abgeschweift vom Thema…


Samstag, 3. Juli 2010

Okay... (Part Two)


Nach einer komplizierten Knieoperation sah ich mich plötzlich in der ungewohnten Lage, lange Zeit im Bett meines Elternhauses zu fristen und mich hauptsächlich auf Entertainment durch Medien zu verlassen (Wenn man eine Weile krank ist melden sich naturgemäß immer weniger Freunde.) Man hat nicht viel Neues zu berichten wenn man mal ganz ehrlich ist. Angenehm war anfangs lediglich der sekundäre Krankheitsgewinn (dazu gehören solche Dinge wie bedient werden und Frühstück im Bett.) Man glaubt es kaum, selbst das nervt auf Dauer.

Entscheidend war jedoch der gezielt ermüdende und damit glücklicherweise auch schmerzlindernde Einsatz diverser Medikamente (Danke an die Morphintherapie, die ganz oben in den Charts der lustigsten drei Tage meines Lebens rangiert). Dadurch war ich nicht in der Lage, meine Fachliteratur oder sonst irgendetwas sinnvolles zu lesen.
So blieb mir nur Friseurlektüre (Zeitschriften) oder Fernsehen.

Nach zwei Tagen war ich über den gesamten Klatsch und Tratsch der Königshäuser und ausgewählter „Celebs“ (Menschen die als berühmt gelten und in Zeitschriften mit belanglosen Artikeln bedacht werden) informiert. Ich wusste sogar, dass eine junge Dame namens Beyonce sich im Schlamm gewälzt und ein kleiner Junge namens Justin Bieber gegen eine Glastür gelaufen ist... Da beschloss ich für mich, dass das an unnötigen Infos bis an das Ende meines Lebens reichen dürfte und ich mich dem anderen Medium zuwenden könnte..dem TV, der Flimmerkiste mit dem Briefmarkenschirm aus meiner Jugend (nicht dass ich zu Hause in meiner Wohnung nicht einen prima Flatscreen hätte, aber der passt ja hier nicht rein).....

Okay.. (Part one)


...und jetzt sitze ich hier auf meinem Bett und starre auf den Screen meines wunderschönen MBP, aktualisiere alle 2 Minuten meine Timeline, frage in der Zwischenzeit ständig meine Mails ab, chatte in ICQ und Skype, drehe Videos für Youtube und jetzt blogge ich auch noch...Ich bin gefühlt völlig verkabelt und 2.0... Okay..und nun? Oder besser gefragt…wie ist es eigentlich dazu gekommen?