Montag, 26. Juli 2010

Der perfekte Arbeitstag ?!?

Ich als Queen of Procrastination schiebe nicht nur meine Arbeit seit Wochen vor mir her, nein auch Anrufe, Verabredungen und Mails warten darauf, dass ich ihnen die gebührende Aufmerksamkeit widme.


Ich hatte heute wirklich vor etwas zu arbeiten. Ganz ehrlich. Ich habe Arbeiten, an denen ich schreiben wollte. Einen SUB (Stapel ungelesener Bücher) so hoch wie das Empire State building den ich unbedingt abarbeiten muss...

Kurz gesagt: Arbeit galore wartet auf mich.


Heute also der Vorsatz: Arbeit!! In Arbeit versinken, die Welt um mich herum vergessen. Nicht twittern. Nicht bloggen. Nicht Musik hören. Mich absolut konzentrieren. Ich mache das normalerweise sehr gerne. Mich so lange mit Arbeit beschäftigen bis ich mit ihr Eins bin. Bis ich in symbiotischer Verschmelzung Texte oder Arbeitsmaterial durchdringe. Bis ich das Gefühl habe es gibt nur mich und meine Arbeit. Ich liebe meinen Job. Meistens. Ich liebe meine Ausbildung und die Bücher die ich lese. Ich könnte nicht arbeiten wenn ich nicht das Gefühl hätte es gerne zu tun.


Aber in der letzten Zeit kam einfach keine Konzentration zustande. Ich bin nicht in den „ArmageddoncancomeandIdon´tcare“ Modus verfallen. Es ist einfach nicht passiert. Viel zu beschäftigt war ich mit meiner Gesundheit und den Problemen die meine momentane Situation mit sich bringt. Viel zu beschäftigt mit privaten Gedanken und Problemen die ich lange Zeit auf die lange Bank geschoben und fast schon vergessen oder doch zumindest verdrängt und prima verleugnet hatte.


So langsam und mit wachsendem gesundheitlichem Fortschritt wird es aber Zeit. Ich spüre es. Es drängt mich. Ich muss wieder meinen Arbeitsmodus finden. Er fehlt mir.

Daher also heute der Entschluss: Ja, ich will !! Arbeiten ! Yippieh! Ich bin voll motiviert...


Ich hatte mein Buch noch nicht aufgeschlagen da flatterte plötzlich ein Schreiben auf mein Bett „lies mal und sag was du denkst“ . Naja, was soll´s dachte ich mir, sind ja nur fünf Seiten. Dann knallte die komplette 10cm dicke Akte daneben „ach weißt du was , lies doch die ganze Akte, dann brauch ich sie nicht zu lesen und du hast einen besseren Überblick. Ach so, die Zusammenfassung und Beurteilung bitte bis morgen spätestens, da ist das meeting“. Ok. Und da ich noch nie wirklich gut in direkter Ablehnung war und passive Aggression mir sowieso mehr liegt habe ich also angefangen die Akte zu lesen.. LANGSAM....

Ehrlich gesagt war ich schnell in der Materie drin, die Sache war spannend und ich war endlich mal wieder in einem schönen Flow. Zwei Stunden lang.


Und dann kam eine der schönsten Ablenkungen meines Fairy Universe vorbei und legte sich auf die Akte. Er liegt immer noch dort und da er die Akte mit Krallen und Zähnen verteidigt ist offenbar Zeit für mein Spaßbuch gekommen :-) Die Zusammenfassung schüttle ich notfalls aus dem Ärmel werde ich selbstverständlich noch fundiert erstellen. Und meine andere Arbeit läuft mir ja nicht weg. Die kann eigentlich irgendwie auch noch bis morgen oder so warten. Prioritäten setzen.


Man muss die Feste eben doch feiern wie sie fallen ;-)


Samstag, 24. Juli 2010

Déjà Vu

Fast jeder kennt das: einen Moment oder eine Situation und wir könnten quasi voraussagen was als nächstes passiert. Die Situation kommt einem so bekannt vor. Als hätte man sie geträumt oder schon einmal erlebt. Eine fausse reconnaissance ... ein déjà vécu... man war an genau diesem Punkt schon einmal.


Diese Situationen machen einen fast wahnsinnig. Ich habe dieses Gefühl als läge mir die Antwort auf der Zunge, als wüsste ich eigentlich wie es weitergeht aber ich komme nicht an die entscheidende Erinnerungsspur.


Ein Fehler in der Matrix


Die Katze die zweimal vorbeiläuft


Warum will ich es überhaupt wissen? Ob es so läuft wie beim letzten Mal. Ob die Matrix wieder zuschlägt. Ist es denn so wichtig? Kann man es nicht einfach auf sich zukommen lassen?


Muss man wohl.. denn die Antwort bleibt einem ohnehin verschlossen. Die Gewissheit fehlt. Man muss die Unsicherheit akzeptieren. Würde man ja normalerweise auch tun ohne das blöde Gefühl man sollte eigentlich wissen wie es weitergeht. Ist ja auch spannend. Gehört zum Leben.


Aber unangenehm ist es trotzdem. Weil man immer wieder versucht doch noch auf die entfallene „Antwort“ zu kommen. Und dabei vielleicht ein Stückchen Realität verpasst..

Montag, 19. Juli 2010

Lonely Nights

Seit der Idee, meine Freiheit und mein Leben zurückgewinnen zu wollen und ihrer prompten Umsetzung in Form der Trennung habe ich meinen Ex oder seine Gesellschaft aus verschiedenen Gründen seit über einem halben Jahr keinen Tag vermisst.... nicht einen Tag.


Aber es gibt ja nicht nur den Tag..nicht nur die hellen Stunden... nicht nur die Momente in denen man abgelenkt ist.

Leider ist da ja auch noch die Nacht.

In der ersten Zeit nach der Trennung habe ich nach langer Zeit wieder wunderbar geschlafen, endlich wieder mein Bett nur für mich und den Kater, super. Niemand der schnarcht, sich ständig umdreht oder mit seinem viel zu großen Körper meinen Lattenrost zerbricht. Niemand den es stört wenn ich noch lesen will im Bett. Ich konnte das richtig genießen. Allein sein. Allein schlafen. Ruhe.


Und irgendwann kam sie...die Sehnsucht.


Hat mich eiskalt erwischt. Völlig unerwartet.

Und ich hatte gedacht ich wäre glücklich. Und ich dachte es ginge mir gut.

Ich war mir so sicher dass ich gern alleine bin. Ihn habe ich nicht vermisst.

Aber irgendwas schon.


Ich habe gar nicht bemerkt dass ich plötzlich immer weniger schlafen konnte, immer später eingeschlafen bin, immer früher aufgewacht. Irgendwann kamen die Nächte in denen an Schlaf nicht einmal mehr zu denken war. Und mir wurde klar.. ok, so glücklich bist du offenbar doch nicht. Oder?


Was ist es das mich nicht schlafen lässt? Ist es wirklich die simple körperliche Nähe einer menschlichen Person? Einschlafen und Aufwachen mit jemandem?

Platonische Übernachtungsexperimente mit verschiedenen Personen ergaben, dass es das nicht sein kann. Auch nach Stunden konnte ich eng an gute Freunde oder Freundinnen gekuschelt kaum Schlaf finden. Dieser Faktor der simplen körperlichen Nähe war für mich damit ausgeschieden und die Überlegung mir einfach jemanden zum Übernachten zu mieten hatte sich erledigt.


Ich habe weitere Experimente vermieden, da mir auch nicht jedes Mittel für guten Schlaf gerechtfertigt erscheint (einmalige körperliche Interaktion muss nicht, wahrscheinlich werde ich alt oder sogar erwachsen). Habe mich mit der Schlaflosigkeit abgefunden. Habe in den Nächten mehr oder weniger produktiv gearbeitet und gelesen. Bin irgendwann doch immer erschöpft eingeschlafen, zwei Stunden Schlaf sind immer noch besser als gar keiner.


Und was soll ich sagen, kaum habe ich das Nachdenken und Experimentieren aufgegeben schlafe ich seit einigen Tagen wieder. Ohne Schlafmittel, ohne Alkohol oder sonstige Hilfsmittel. Teilweise richtig gut. Und tief. Und ich wache gut gelaunt und ausgeschlafen auf. Heute habe ich zum ersten Mal seit langer Zeit wieder einige Seiten am Stück lesen können. Eine Leistungssteigerung um nahezu 100% im Vergleich zur letzten Zeit.


Wie einfach manchmal doch die Lösung ist... ;-)




Vielen Dank für das Foto an monstropolis

Samstag, 17. Juli 2010

Rollercoaster


Achterbahn fahre ich gar nicht gern. Präzise gesagt hasse ich Achterbahnen.

Was ich daran nicht mag? Das Auf und Ab. Stimmt nicht, vor allem das Ab. Der Sturz ins scheinbar unendliche Nichts. Ich will da raus. Sofort. Oder sterben. Egal. Hauptsache es hört auf.


Und so geht´s mir auch jetzt. Ich hasse es... Ich hasse es morgens aufzuwachen und noch zu denken : „ Naja, es geht ja eigentlich“ , dann das Bein zu bewegen, irgendwas kracht, Schmerz und ich weiß wieder : Toll, es wird mal wieder so ein schöner Scheißtag!


Ich hasse es zu denken: „Das könnte doch eine richtig gute Sache werden“ und es wird gar nichts oder schlimmer als das: Überhaupt gar nichts außer einem vielversprechenden Anfang. Ein Beispiel: „Wir würden uns freuen so eine motivierte und qualifizierte junge Frau wie Sie bei uns begrüßen zu dürfen“ und dann ist doch kein Job frei.


Ich mag es nicht, dieses Gefühl, in eine endlose Leere zu fallen.. der Magen dreht sich um.. ich schreie...nein, ich MUSS schreien... es bricht einfach aus mir heraus und ich kann hinterher nicht sagen, wer da eben so schrill geschrien hat. Ich sehe es an den entsetzten Gesichtern der Mitfahrer, meiner Umgebung, der Anderen...ups, war ich das etwa?


Dieses Gefühl in einen Sitz gepresst zu werden, in den vor mir und nach mir viele andere Menschen eingeklemmt sind. Die mein Schicksal teilen. Aber in dem Moment des gefühlten freien Falls ist jeder für sich allein. Der eine hat Spaß daran, der andere hat Angst. Genau, ich bin nicht der Spaßtyp...


Andererseits liebe ich das Gefühl, wenn es gerade mal so richtig gut läuft. Ich liebe diese Aufwärtsfahrten, der Blick weitet sich, die Perspektive ändert sich, die ganze Welt erscheint verändert von oben, alles wird leichter. Man nimmt die Umgebung wieder anders wahr. Man kann wieder atmen.


Und letztlich ist das Auf das Ab vielleicht wert. Und vielleicht hat manchmal sogar das Ab seinen Thrill. Immer stur geradeaus ist ja auch langweilig. Oder?

Sonntag, 11. Juli 2010

Der Glücksbringer

Neulich habe ich einen Film gesehen. Er hieß „Der Glücksbringer“ .

Es ging um einen Mann, der in der Kindheit von einem enttäuschten weil abgewiesenen Mädchen verflucht wurde. Jedes Mädchen bzw. jede Frau mit der er Sex oder eine Beziehung hatte lernte danach ihren Lebenspartner kennen, ihren Traummann. Als er die Frau seiner Träume kennenlernte hatte er große Schwierigkeiten, diesen Fluch zu brechen. Es ging darum, auf etwas zu warten, das es wert ist und nicht die erste Chance auf Körperkontakt zu nutzen. Ich habe das Ende ehrlich gesagt nicht gesehen, aber da es ein Hollywood Film und zudem eine Schnulze war gehe ich einfach mal davon aus, dass der Mann am Ende Erfolg hatte und sein Mädchen bekommen hat. Happy End und so.


Dieser Film hat mich fasziniert.. bzw. nicht der Film an sich (sonst hätte ich ihn zu Ende geschaut) sondern die Thematik. Was wenn ich so ein Glücksbringer wäre? Ok, nicht ganz so krass vielleicht, aber mir ist schon aufgefallen, dass Männer mit denen ich eine Beziehung oder einen Flirt hatte kurz darauf jemanden kennenlernen, der zu ihnen zu passen scheint. Ich freue mich natürlich für sie..meistens.. aber ein bisschen Sorgen mache ich mir schon um mich. So viel Egoist darf man sein.


Und los geht das (gern auch nächtliche und schlafraubende) Gedankenkarussell....

Liegt es daran dass ich nicht zu den Männern gepasst habe? Dass da nicht genug Gefühle waren? Dass ich das meist schon am Anfang gespürt habe und es nicht wahrhaben wollte? Dass ich mich selbst und andere unbewusst belogen habe? Dass ich oft einfach nicht allein sein wollte? Dass ich mich für Menschen verbogen und verstellt habe um ihnen zu gefallen? Dass ich viel zu oft nicht ich selbst war? Dass ich häufig zu hohe oder die falschen Ansprüche an Partner gestellt habe? Dass ich Menschen ändern wollte? Dass ich Dinge verlangt habe, die ich selbst nicht zu geben bereit gewesen wäre?


Möglich...


Und doch glaube ich weniger an einen Fluch als vielmehr an eine selbst geschaffene Problematik. Und so ungern ich als kleiner Narzisst Fehler zugebe...

Es war weder richtig, Partner danach auszusuchen ob sie meinen Eltern nicht gefallen (Teenagerzeit), noch danach dass jemand optisch genau meinen Vorstellungen entspricht oder erfolgreich ist, oder viel Geld hat, oder ein tolles Auto, das sind alles Dinge, die mich nicht weitergebracht haben auf meiner Suche nach dem Soulmate. Liebe auf den ersten Blick hat nicht geklappt. Die Beziehung endete nach drei Jahren in schmerzhaften Scherben.

Auch die Strategie, jemanden zu wählen, der mich möglichst verehrt ist total schief gelaufen und endete nach vier Jahren in einem Heiratsantrag und einer Trennung.(Für alle, die Mitleid mit dem jungen Mann empfinden, er hat innerhalb von nicht ganz einem Monat seine Traumfrau gefunden, sich nach einer Woche verlobt und sie nach einer weiteren Woche geschwängert, also keine Sorge, ihm geht es gut...)


Aber was ist es dann? Das Kriterium das zählt. Das absolute Glücksrezept. Gibt es das überhaupt? Denke ich zu viel? Oder eher zu wenig? Oder das falsche? Gibt es das Phänomen „Soulmate“ überhaupt? Oder ist am Ende alles eine Frage des richtigen Kompromisses?


Geht es auch hier um Konstruktivismus und darum, dass man immer so glücklich ist wie man es sich gerade einredet und einbildet zu sein? Das halte ich zumindest teilweise für wahrscheinlich. Denn wir können Gefühle zwar nicht auf Knopfdruck aus- oder einschalten, aber irgendwann kann man jedes Beziehungsende, jeden Liebeskummer überwinden, irgendwie.


Und wichtig ist am Ende doch, wieder auf die Füße zu kommen, wenn schon nicht mit der Geschmeidigkeit und Eleganz einer Katze, die automatisch auf ihre Samtpfoten fällt, dann eben mühsam aufrappeln, wieder laufen lernen, weitermachen. Auch wenn es schmerzt. Auch wenn es schwer fällt. Auch wenn das Herz gebrochen scheint, mühsam zusammen gepuzzelt werden muss und man sich schwört, es nie wieder zu verschenken, sich nie wieder verletzen zu lassen.


Man wird vielleicht vorsichtiger, langsamer, misstrauischer an die nächste Beziehung oder einen neuen potentiellen Partner herangehen, aber man wird es vermutlich nicht ganz sein lassen.

Und wenn man ganz ehrlich ist macht es ja auch Spaß, dieses Spiel. Es ist mir die Tränen und Enttäuschungen immer wieder wert. Und ein bisschen mag ich diese Zeit sogar.

Besinnung auf sich selbst. Ein Ende ist ein neuer Anfang.


Auch wenn ich natürlich nicht wirklich daran glaube, dass mein Liebesleben einer Filmvorlage gleicht oder dass ich dazu verflucht sein könnte ein Glücksbringer für andere zu sein... Es kann ja trotzdem nicht schaden, beim nächsten Mal etwas vorsichtiger an die ganze Sache ranzugehen.


Sentimentaler Blödsinn?


Möglich, aber ich trete mir in den Hintern es wäre ja dumm mir mein persönliches Happy End selbst zu vermasseln.